„Gutes Vorlesen ist, wenn sich keiner langweilt…“

Die Gewinner mit ihren Preisen und die Jury des Vorlesewettbewerbs 2011
Anfang Dezember traten die zehn besten Vorleserinnen und Vorleser der 6. Klassen der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus Ahrweiler gegeneinander an, um ihren Schulsieger im diesjährigen Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels zu ermitteln.
Zuvor hatte es bereits innerhalb der einzelnen Klassen eine Ausscheidung um den Titel der Klassenbesten gegeben. Die Klassensieger waren: Maximilian Gaa (6a), Keanu Kam (6a), Jehona Musliji (6b) Maroua Oueslati (6b), Ayten Algülener (6c), Maximilian Münch (6c), Eldin Alioglu (6d), Alexander Ley (6d), Marissa Al-Abdali (6e), Alexandra Siebenmorgen (6e)
Diese Klassensieger lauschten beim Vorlesewettbewerb im weihnachtlich hergerichteten Musiksaal gespannt den Vorlesekünsten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler.
Die Finalisten lasen zunächst jeweils aus einem selbst gewählten Buch vor, das sie den Zuhörern zuvor kurz vorstellten. Im Anschluss daran mussten sie ihr Lesetalent beim unvorbereiteten Lesen aus dem Jugendroman „Martin unter Druck“ von Carolin Philipps unter Beweis stellen.
Bewertet wurden die Leistungen von einer Jury, die aus Elternvertretern, Schülern und Lehrern der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus Ahrweiler bestand. Moderiert wurde der diesjährige Vorlesewettbewerb von Dr. Rüdiger Becker, dem Pädagogischen Koordinator der Schule.

Gespannte Gesichter bei der Bekanntgabe der Ergebnisse durch Dr. Becker
Sichere Lesetechnik, gutes Textverständnis und eine angemessene Gestaltung des Vortrags, welche die Hörer in die Geschichte hineinversetzt, waren die Kriterien für die Beurteilung. Einfach war die Entscheidung nicht, denn alle zeigten, dass sie verdient in die Endrunde gekommen waren.
Als Belohnung erhielten alle Teilnehmer Buchpreise, die wie jedes Jahr dankenswerterweise vom Förderverein der Schule gespendet wurden. Die Auszeichnung als Schulsieger konnte dann schließlich Alexander Ley (6d) aus den Händen des Schulleiters Klaus Dünker entgegennehmen. Seine Lesekunst wurde dem oben erwähnten Motto „Gutes Vorlesen ist, wenn sich keiner langweilt…“ vollkommen gerecht und er verstand es, die Jury mit seiner Vortragskunst zu fesseln, so dass es fast schade war, ihn nach Ablauf der vorher vereinbarten Lesezeit zu unterbrechen. Sein frei ausgewählter Text war ein Auszug aus „Gruselfieber“ von R.L. Stine. Alexander Ley wird die Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus Ahrweiler in der nächsten Runde des Vorlesewettbewerbs vertreten.
Am Vorlesewettbewerb, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht und seit 1959 jährlich durchgeführt wird, nehmen bundesweit bis zu 700.000 Schülerinnen und Schüler teil.
Aktionen brachten 1000 Euro für Partnerschule in Lima

Zu Recht mit Stolz präsentiert sich die 7c der Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Realschule Ahrweiler. Denn mehr als 1000 Euro haben die Schüler um Lehrerin Brigitte Karpstein in den vergangenen Monaten als Beitrag gegen Kinderarmut zusammengetragen. Foto: Andreas Wetzlar
Mit Kinderarmut haben sich die Schüler der Klasse 7c der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus in Ahrweiler in den vergangenen Monaten intensiv auseinandergesetzt. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Brigitte Karpstein beleuchteten sie dabei unterschiedliche Aspekte wie Kindersoldaten, Arbeiten im Steinbruch, Kinder in der Teppichfabrikation und Kinderprostitution.
„Schnell ist uns zum einen dabei klar geworden, dass es uns selbst doch sehr gut geht. Zum anderen aber auch, dass wir mit unseren Möglichkeiten helfen wollen“, erinnern sich Daria und Dennis. In der Klassengemeinschaft wurden Ideen zusammengetragen, wie geholfen werden kann. „Wir haben uns dann dazu entschlossen, in unseren Wohnorten von Tür zu Tür zu gehen, mit den Menschen über das Thema zu sprechen und um Spenden zu bitten“, berichten Lisa und Alina. Das habe anfangs einiges an Überwindung gekostet. In der Regel wurden die Schüler nicht nur offen angehört, sondern auch in ihrem Anliegen unterstützt. Zusammen mit anderen Aktionen wie dem Kuchenverkauf in der Schule sind mittlerweile mehr als 1000 Euro zusammengekommen. Von dem Erlös profitieren mehrere Einrichtungen. „Ein Teil des Geldes ist an die Partnerschule in Lima, an das Colegio San José, gegangen.
Aber auch Misereor und Missio erhielten Geld“, zieht Lehrerin Brigitte Karpstein Zwischenbilanz. Denn angespornt vom bisherigen Erfolg, denken die Schüler noch lange nicht an ein Ende der Aktion. „Auch wenn es nur kleine Schritte sind, ist es eine Form der Hilfe“, meint Robin, und Marco fügt hinzu: „Es geht auch ums Prinzip. Was für uns vielleicht ein kleiner Betrag ist, kann in den armen Ländern das Leben sichern“.
Neben der Motivation aus den eigenen Reihen, von Eltern oder Schülern sind es vor allem die direkten Kontakte, die zum Weitermachen anregen. Simeon bringt es auf den Punkt: „Mit jedem Brief, den wir aus Togo oder Lima bekommen, sehen wir, dass unsere Unterstützung ankommt und dass viele Menschen auf uns hoffen und vertrauen“.
(Text & Foto mit freundlicher Genehmigung von Andreas Wetzlar)
Siehe auch: Infos zur Partnerschule in Lima
Drogen- und Alkoholprävention in den Klassen 10
„So was sollte öfter gemacht werden!“ – Das war die Meinung von Marc aus der Klasse 10c über den Besuch von Polizeikommissar Dietmar Hoffmann in den zehnten Klassen Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus Ahrweiler. Diese jährliche Veranstaltung im Rahmen der Drogenprävention an der Boeselager-Realschule führte den Jugendlichen der Abschlussklassen in jeweils drei Unterrichtsstunden wieder eindrucksvoll vor Augen, dass Drogen- und vor allem Alkoholmissbrauch Ursache für eine Vielzahl von zum Teil tödlichen Unfällen im Straßenverkehr sind.

Polizeikommissar Dietmar Hoffmann beim Vortrag zur Drogenprävention
„Viele Schüler kommen mit dem Roller oder dem Mofa zur Schule und sind somit aktive Teilnehmer am Straßenverkehr. Aber nicht nur die motorisierten Schülerinnen und Schüler möchte ich erreichen, auch die Fußgänger. Die jungen Menschen sollen erkennen, welche Folgen der Konsum von Drogen im Straßenverkehr haben kann. Frühe Aufklärung tut Not“, sagte Hoffmann. Nicht nur erschreckende Zahlen und Statistiken, auch Fotos von Autowracks gehörten dabei zur Dokumentation und Präsentation des Beamten, der immer wieder herausstellte, dass er den Jugendlichen nur Tipps und Empfehlungen geben kann. Das korrekte Handeln und die Einsicht müssten von den Schülerinnen und Schülern selbst kommen. Er könne nur an die Jungen und Mädchen appellieren, das Auto nach dem Konsum von Alkohol stehen zu lassen – und ein Taxi zu ordern oder die Eltern anzurufen; in jedem Fall aber auf eine Fahrt als Fahrer oder Beifahrer zu verzichten.
Einen besonderen Eindruck hinterließ im Laufe der jeweils zweieinhalbstündigen Veranstaltung ein Video-Interview mit einem jungen Mann, der – unter Einfluss von Drogen – einen Unfall verursacht hatte, bei dem eine Frau ums Leben gekommen war. Neben den juristischen Konsequenzen wurden auch die finanziellen und vor allem psychologischen Folgen aufgezeigt, die sich – womöglich erst viel später – bei allen Beteiligten zeigen. „Die Schüler sollen erkennen, welche Wellen ein vermeintlich kleiner Stein verursachen und nach sich ziehen kann, ein Joint, eine Haschpfeife…“, erklärte Hoffmann, dem die Arbeit mit den Jugendlichen sichtlich Freude bereitete. „Ich möchte die jungen Leute sensibilisieren“, ergänzte Hoffmann, dessen Ziel aufgegangen sein dürfte, denn die Schülerinnen und Schüler des 10. Schuljahres waren sichtlich berührt von den abschreckenden Beispielen und Bildern, die ihnen eine Zeit lang sicher nicht aus dem Kopf gehen werden.
Tim (10c) fand die Veranstaltung gut und hilfreich und ist „froh, dass so etwas an Schulen überhaupt gemacht wird.“ Der gleichen Meinung war auch Kay, ebenfalls 10c, der noch betonte, dass es durch die Bilder und authentischen Berichte nie langweilig geworden sei.










