Neue Verantwortung für die Boeselager-Realschule: Im Gespräch mit Bettina Lanzerath

Jetzt offiziell neue Schulleiterin unserer Schule: Bettina Lanzerath
Seit dem 19. Mai 2026 steht die Boeselager-Realschule Ahrweiler unter neuer Leitung. An diesem Tag erhielt Bettina Lanzerath das Ernennungsschreiben zur kommissarischen Schulleiterin und übernimmt damit die Verantwortung für eine Schule, die sich weiterhin in einer besonderen Phase zwischen Wiederaufbau, Weiterentwicklung und Zukunftsgestaltung befindet.
Viele Mitglieder der Schulgemeinschaft kennen Bettina Lanzerath bereits seit Jahren. Als stellvertretende Schulleiterin hat sie die Entwicklung der Schule über lange Zeit begleitet und insbesondere die Herausforderungen nach der Flutkatastrophe gemeinsam mit Kollegium, Eltern sowie Schülerinnen und Schülern mitgetragen. Nun steht sie an der Spitze der Schule und möchte die kommenden Jahre aktiv mitgestalten.
In unserem Interview spricht Bettina Lanzerath über ihren persönlichen Weg in den Lehrerberuf, ihre Motivation für die neue Aufgabe, ihre Vorstellungen von guter Schule und die Chancen, die sie trotz aller Herausforderungen für die Zukunft der Boeselager-Realschule sieht. Außerdem verrät sie, welche Werte ihr im Umgang mit Menschen besonders wichtig sind und warum für sie letztlich die Menschen das Herzstück jeder Schule bilden.

Die Personalratsvorsitzende Josephin Sonntag gratuliert Bettina Lanzerath im Namen des Kollegiums
Frau Lanzerath, herzlichen Glückwunsch zur Ernennung als Schulleiterin der Boeselager-Realschule Ahrweiler.
Wie haben Sie den Moment erlebt, als Sie am 19. Mai 2026 das Ernennungsschreiben erhalten haben?
Ich habe mich gefreut. Für ein Jahr werde ich das Amt kommissarisch ausüben, bevor ich dann – hoffentlich 😊 – in einem Jahr die Ernennungsurkunde erhalte.
Viele kennen Sie bereits aus Ihrer langjährigen Arbeit an unserer Schule.
Möchten Sie sich trotzdem kurz persönlich vorstellen und erzählen, was Sie ursprünglich dazu bewegt hat, Lehrerin zu werden?
Mein Name ist Bettina Lanzerath. Bereits seit meiner Geburt lebe ich in der Kreisstadt, wodurch ich mich dem Ahrtal sehr verbunden fühle.
Seit meiner Kindheit war mir klar, dass ich einen Beruf ausüben möchte, bei dem ich mit Menschen zusammenarbeiten kann. Tatsächlich habe ich lange überlegt, ob ich Ärztin oder Lehrerin werden möchte. Noch wichtiger als die berufliche Perspektive war für mich die private: Familie mit Kindern. Dies hatte dann dazu geführt, dass ich mich für den Lehrerberuf entschieden habe, da ich damals dachte, so Familie und Beruf gut vereinbaren zu können. Was soll ich sagen: Ich habe sechs – inzwischen erwachsene – Kinder und bin Schulleiterin … So gesehen war es mir vergönnt, zwei große Träume verwirklichen zu können, von denen die Kinder natürlich das Beste sind, was mir je passieren konnte – hier steht für mich die Priorität ganz klar fest.
Die Aufgabe als Schulleiterin bringt viel Verantwortung mit sich.
Was motiviert Sie persönlich, diesen Weg zu gehen und nun die Leitung unserer Schule zu übernehmen?
Verantwortung zu übernehmen, hat mir noch nie Angst gemacht. Ich war schon immer ein begeisterungsfähiger und lernwilliger Mensch, der sich nach bestem Wissen und Gewissen für das, was erforderlich ist, eingesetzt hat – und das wird wohl auch immer so bleiben.
Eine große Motivation, sich der Herausforderung der Schulleitung zu stellen, ist sicher die Schulgemeinschaft, mit der ich zusammenarbeiten darf. Seit 15 Jahren bin ich als stellvertretende Schulleiterin an dieser Schule tätig und das jeden Tag gerne.
Die Boeselager-Realschule befindet sich weiterhin in einer besonderen Situation zwischen Wiederaufbau, Übergangslösungen und Neuanfang.
Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell als besonders wichtig an?
Hier hilft mir wohl am meisten der Spruch: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Natürlich ist es nicht schön, dass der Wiederaufbau so lange dauert. An dieser Stelle ist der Dialog mit allen die wichtigste „Schaltstelle“: Verstehen, warum etwas länger dauert, hilft, in die Akzeptanz zu gehen. Darin, alle am Schulleben Beteiligten – und in die Aussicht auf Verbesserung gegenüber vor der Flut – zu unterstützen, sehe ich meine Hauptaufgabe. Adäquate Übergangslösungen zu schaffen sowie mich intensiv für wünschenswerte Änderungen einzusetzen, gehören für mich selbstverständlich dazu.
Welche Ziele und Visionen haben Sie für die Zukunft unserer Schule?
Gibt es Bereiche, die Sie in den kommenden Jahren besonders weiterentwickeln möchten?
Neben der Mammutaufgabe „Wiederaufbau“ ist es mir ein großes Anliegen, die Visionen der Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen. Für viele ist Schule mehr als nur ein Arbeitsplatz – und das ist entscheidend für eine gute Schule. Die äußere Hülle ist wichtig! Doch gute Schule entsteht durch Menschen: Lehrkräfte, die fachlich kompetent den Unterrichtsstoff schülernah vermitteln. Ein wichtiger Baustein im Schulleben ist sicher die Stärkung von Sozialkompetenzen: Achtung, Wertschätzung, Verlässlichkeit … sind u. a. in diesem Zusammenhang sicher ganz wichtige Begriffe, die zunehmend an Bedeutung gewinnen sollten. Alle Menschen brauchen ein gutes Arbeits- und Lernklima, in dem sie sich wohlfühlen, um sich so bestmöglich entfalten zu können.
Was ist Ihnen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kollegium besonders wichtig?
Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Der Austausch mit allen Menschen ist mir besonders wichtig. Auf ein und denselben Sachverhalt schaut jeder aus seiner Perspektive – und das ist gut so. Nur im Miteinander ist es möglich, Schule zu entwickeln, Konflikte zu lösen, Beschlüsse zu fassen etc. Ich sehe mich als „einen Teil vom Ganzen“, bei dem viele Fäden zusammenlaufen, die es gilt, zu ordnen und ggf. anzuleiten. So gesehen sehe ich mich als Dienstleisterin, die die Voraussetzung schafft, damit alle gut arbeiten können. Teamfähigkeit sowie Verlässlichkeit in Entscheidungsprozessen (mit allen Konsequenzen) gehören sicher auch zu meinen Grundsätzen.
Neben Organisation und Verwaltung bleibt Schule immer auch ein Ort des menschlichen Miteinanders.
Was macht die Boeselager-Realschule für Sie persönlich besonders?
… die Menschen, denn die gestalten Schule. Immer ist es das gemeinsam Erlebte, was Menschen verbindet. Ein solch herausragendes Ereignis wie die Flutkatastrophe, die damit verbundenen persönlichen Schicksale, Hilfseinsätze und der langanhaltende Wiederaufbau schweißt zusammen. Auch wenn der Anlass alles andere als wünschenswert war, haben wir jetzt alle eine riesige Möglichkeit der Neugestaltung erhalten. Dies ist für mich besonders, und ich möchte alle darin bestmöglich unterstützen, diese Chance zu nutzen.
Wenn Sie an die kommenden Jahre denken: Worauf freuen Sie sich als neue Schulleiterin am meisten?
Tatsächlich gibt es da nichts Besonderes. Meine Haltung zum Beruf hat sich nicht durch den neuen Titel verändert. Ich wünsche mir für mich, dass ich den neuen – eher repräsentativen – Aufgaben gerecht werde. Was mir große Freude bereitet, ist der Austausch und die Zusammenarbeit mit den Schulleiterinnen/Schulleitern der umliegenden Schulen und den Institutionen. Dies bereichert mich und erweitert meinen Blickwinkel, was wiederum zu mehr Verständnis und somit zu einem besseren Miteinander führt.
Vielen Dank für das Interview und alles Gute
für die kommenden Aufgaben als Schulleiterin unserer Schule!
(Interview & Fotos: Ralf Breuer)









