Ortsvorsteher Mario Wettlaufer im Gespräch mit der Klasse 8

Ortsvorsteher Mario Wettlaufer im Gespräch mit der Klasse 8

Bereits zum zweiten Mal besuchte der Ortsvorsteher von Westum, Mario Wettlaufer, am 10.12.2025 die Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus Ahrweiler, um den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort zu stehen.

Im Rahmen des Sozialkundeunterrichts, der sich aktuell mit der kommunalen Selbstverwaltung und der Arbeit des Gemeinderates beschäftigt, gewährte Mario Wettlaufer der Klasse 8a spannende Einblicke in seine Tätigkeit als Ortsvorsteher und Ratsmitglied sowie in die Aufgaben des Ortsbeirates von Westum und des Stadtrates der Stadt Sinzig.

Zu Beginn informierte Herr Wettlaufer über aktuelle kommunale Aufgaben seiner Kommune, darunter den Bau einer neuen Grundschule und eines Feuerwehrgerätehauses, die Organisation von Wahlen sowie die Planung und Umsetzung von Jugend- und Freizeiteinrichtungen. Anschließend schilderte er den Alltag eines Ortsvorstehers, der dieses Ehrenamt neben einer Vollzeittätigkeit ausübt.

Schnell wurde deutlich, dass Wettlaufer sein Amt mit großer Überzeugung und hohem persönlichem Engagement wahrnimmt und für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nahezu jederzeit ansprechbar ist. Dabei nutzt er bewusst auch soziale Medien, um politische Arbeit transparent zu machen und eine niedrigschwellige Beteiligung der Bevölkerung zu ermöglichen. 

Besonders wandte sich der Kommunalpolitiker an die Jugendlichen der Klasse 8a und machte deutlich, dass Demokratie auf kommunaler Ebene beginnt. Er ermutigte sie, nicht dem Gefühl zu verfallen, „sowieso nichts bewirken zu können“, sondern sich aktiv in das Gemeindeleben einzubringen. Die Schülerinnen und Schüler wurden dazu aufgerufen, eigene Ideen und Projektvorschläge zu entwickeln und sich auch aktiv an deren Umsetzung zu beteiligen. 

Am Beispiel des geplanten Baus einer öffentlichen Bühne in Westum zeigte Wettlaufer eindrucksvoll, wie viel durch bürgerschaftliches Engagement gemeinsam erreicht werden kann – vorausgesetzt, man übernimmt Verantwortung, anstatt darauf zu warten, dass „die da oben“ alles regeln. In diesem Zusammenhang wies er auch auf die Gefahren für die Demokratie durch Fakenews hin und appellierte an die Jugendlichen, Informationen kritisch zu hinterfragen und sich nicht von politischen Kräften täuschen zu lassen, die scheinbar einfache Lösungen versprechen.

Im Anschluss stellte sich der Ortsvorsteher den zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler, die sich unter anderem mit Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Projektfinanzierung, Jugendarbeit, Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, kommunaler Verschuldung sowie der Vergütung ehrenamtlicher Tätigkeiten beschäftigten.

Zum Abschluss richtete Mario Wettlaufer einen eindringlichen Appell an die Jugendlichen: Die politische Arbeit in Ortsbeirat und Stadtrat sei Politik für kommende Generationen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, sei der Dialog zwischen Jung und Alt unverzichtbar. Sein Fazit lautete daher: “Demokratie beginnt in der Gemeinde. Kommt ins Handeln – dann könnt ihr etwas verändern!”

Wir danken Mario Wettlaufer sowie Alexander, unserem ehemaligen Schüler Alex, der seinen Vater begleitete, herzlich für deren Besuch und hoffen, dass sie die Demokratiebildung an unserer Schule auch künftig unterstützen werden.

(Text & Foto: Marion Bach)

Gedenkstättenbesuch in Hadamar: Abschlussklassen setzen Zeichen gegen Ausgrenzung und Hetze

Die Abschlussklassen der Boeselager-Realschule Ahrweiler - hier vor dem Gebäude der Gedenkstätte Hadamar - Foto: Özlem Müller

Die Abschlussklassen der Boeselager-Realschule Ahrweiler – hier vor dem Gebäude der Gedenkstätte Hadamar

Unter dem Schriftzug „Aufstehen für Demokratie. Gegen Ausgrenzung und Hetze“ wurden die Abschlussklassen der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler in der Gedenkstätte Hadamar empfangen. Der Besuch, der im Januar stattfand, ist fester Bestandteil des schulischen Präventionsplans und der Demokratieerziehung im Geschichtsunterricht.

Die Gedenkstätte Hadamar, eine ehemalige Landesheil- und Pflegeanstalt, diente während der Zeit des Nationalsozialismus als Tötungsanstalt. Zwischen 1941 und 1945 wurden hier etwa 14.500 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen systematisch ermordet. Die perfide Ideologie der „Rassenhygiene“ und „Euthanasie“ diente als Rechtfertigung für diese Verbrechen.

„Aufstehen für Demokratie. Gegen Ausgrenzung und Hetze“

„Aufstehen für Demokratie. Gegen Ausgrenzung und Hetze“

Im Rahmen des Besuchs erhielten die Schülerinnen und Schüler nach einem einführenden Vortrag und einem Workshop eine Führung durch die Gedenkstätte. Sie setzten sich intensiv mit den Biographien der Opfer und Täter auseinander. Besonders eindrücklich war die Besichtigung der „Busgarage“, in der die Menschen nach ihrer Ankunft direkt in die Gaskammer gebracht wurden, sowie die Führung durch die Räumlichkeiten der Gaskammer und des Krematoriums. Die Konfrontation mit diesen historischen Stätten löste tiefe Betroffenheit aus und warf zentrale Fragen auf: Wie konnte es dazu kommen? Hätten die Morde verhindert werden können? Welche Verantwortung trägt der Einzelne in der Gesellschaft?

Führung über das Gelände der Gedenkstätte Hadamar

Führung über das Gelände der Gedenkstätte Hadamar

Die Auseinandersetzung mit der Geschichte soll die Schülerinnen und Schüler sensibilisieren und ihnen aufzeigen, dass Vorurteile, Ausgrenzung und menschenverachtende Ideologien auch heute noch existieren. Ziel des Besuchs ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass demokratische Grundwerte aktiv verteidigt werden müssen.

Die Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler bedankt sich beim Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz für die finanzielle Unterstützung der Fahrt. Diese Exkursion ist ein unverzichtbarer Bestandteil der demokratischen Bildung und eine wichtige Erfahrung für die Schülerschaft.

(Text & Fotos: Özlem Müller)

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