Klasse 5e entdeckt die Welt ohne Hören

On 31. Januar 2026, in NaWi, Unterricht, by Ralf Breuer

“Was wäre eigentlich, wenn ich taub wäre?”

Alina Lambertz und ihre Tochter Annika beim Gebärdenunterricht

Alina Lambertz und ihre Tochter Annika beim Gebärdenunterricht

Auf dem Lehrplan des Faches Naturwissenschaften steht in der Klassenstufe 5 das Themenfeld „Von den Sinnen zum Messen“. Als sich die Klasse 5e mit dem Sinnesorgan Ohr beschäftigte, stellte sich den Kindern auch die Frage, wie es wohl wäre, wenn man nicht gut oder gar nicht mehr hören könnte. Was würde sich im Leben ändern? Könnte man überhaupt ein „normales“ Leben führen, Hobbys und einen Beruf haben?

Schnell erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler ein breites Fachwissen zu den Themen „Hörgeräte“ und „Cochlea-Implantate“. Zwei Kinder der Klasse, Lena und Annika, haben bereits Erfahrungen mit Cochlea-Implantaten und stellten der Klasse ihr Wissen in sehr anschaulichen Referaten vor. Dabei zeigte sich, dass es für den Betroffenen einen großen Unterschied macht, ob man taub geboren wurde oder im Verlauf des Lebens das Gehör verliert. So erging es auch Alina Lambertz, der Mutter von Annika, die hörend geboren wurde und dann durch eine Reihe von Erkrankungen ihr Gehör vollständig verlor.

Annika aus der Klasse 5e bei ihrem Referat

Annika aus der Klasse 5e bei ihrem Referat über „Hörgeräte“ und „Cochlea-Implantate“

Alina Lambertz besuchte die Klasse und erklärte ihr mit viel Anschauungsmaterial, wie ein gehörloser Mensch seinen Alltag meistert, denn sobald sie ihre Cochlea-Implantate nicht trägt, fällt für sie der Hörsinn völlig weg.
Beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler von ihrem Wecker, der starke Blitze und eine Vibration aussendet, wenn es Zeit zum Aufstehen ist. Auch blinkt z. B. eine Lampe, wenn es an der Tür klingelt. Alina Lambertz ist auch in der Lage, sich in Gebärdensprache zu verständigen. Gerne zeigte sie ihren kleinen Zuhörern einige einfache Gebärden, was die Kinder sofort nutzten und am nächsten Tag ihre Lehrer mit Gebärden zum Stundenbeginn begrüßten.

Die Klasse 5e zeigte sich sehr interessiert und hatte viele Fragen an Alina Lambertz

Die Klasse 5e zeigte sich sehr interessiert und hatte viele Fragen an Alina Lambertz

Geduldig beantwortete Alina Lambertz die zahlreichen Fragen der Kinder, die am Ende dieser sehr interessanten NaWi-Stunde mitnehmen konnten, dass es auch für Menschen, die gehörlos sind, viele Möglichkeiten gibt, sich im Alltag und in der Welt der Hörenden zurechtzufinden.

Vielen Dank an Alina Lambertz, Annika und Lena, die der Klasse die Möglichkeit eröffnet haben, einen Einblick in das Leben von gehörlosen Menschen zu bekommen.

(Text & Fotos: Marion Bach)

6er erlebten Hunde hautnah

On 23. Juni 2025, in Wahlpflichtfächer, by Ralf Breuer

Hundeschule „Jeder Hund kann“ zu Gast an Boeselager-Realschule Ahrweiler

Einen spannenden und lehrreichen Perspektivwechsel erlebten die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler letzte Woche: Im Rahmen des NaWi-Unterrichts (Wahlpflichtfach Naturwissenschaften) besuchte die Hundetrainerin Christina Bennerscheid, Inhaberin der Hundeschule „Jeder Hund kann“ aus Wachtberg-Holzem, mit ihren beiden Hunden die Schule.

Bereits im Vorfeld hatten sich die Klassen im Unterricht intensiv auf das Thema vorbereitet. Die Neugier und Vorfreude auf die tierischen Gäste war entsprechend groß. In jeweils drei Unterrichtsstunden pro Klasse erfuhren die Kinder nicht nur viel Wissenswertes über die Bedürfnisse und das Verhalten von Hunden, sondern konnten auch selbst in direkten Kontakt mit den Tieren treten.

Im Zentrum des Besuchs stand das Verständnis der Hundesprache. Christina Bennerscheid vermittelte auf anschauliche Weise, wie wichtig es ist, die Körpersprache der Hunde richtig zu deuten. Durch praxisnahe Übungen erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie sich ihre eigene Stimmung unmittelbar auf die Tiere auswirkt. „Man kann nur Ruhe bekommen, wenn man selbst Ruhe ausstrahlt“, betonte Bennerscheid – eine zentrale Erkenntnis, um gefährliche Missverständnisse zwischen Mensch und Hund zu vermeiden.

Besonders erfreulich: Viele Kinder, die anfangs noch zögerlich oder sogar ängstlich gegenüber den Vierbeinern waren, fassten im Verlauf der Stunden Vertrauen, näherten sich den Hunden und suchten schließlich sogar den direkten Kontakt. Diese Entwicklung unterstrich den Erfolg und den pädagogischen Wert der Begegnung.

Möglich gemacht wurde der Besuch durch die Unterstützung des Fördervereins der Schule. Lehrkräfte und Hundetrainerin zeigten sich übereinstimmend begeistert von der Resonanz und betonten die Bedeutung solcher Präventionsmaßnahmen. Sie fördern nicht nur das Wissen rund um den Hund, sondern stärken auch das Verantwortungsbewusstsein der Kinder im Umgang mit Tieren.

Der Besuch der Hundeschule „Jeder Hund kann“ war somit nicht nur ein spannendes Erlebnis, sondern auch ein wertvoller Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler – ein Schulvormittag, der in bester Erinnerung bleiben wird.

(Fotos: Tobias Caspers)

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Die Spenderin Jennifer Celner mit Schulleiter Timo Lichtenthäler hinter den gespendeten Mikroskopen

Die Spenderin Jennifer Celner mit Schulleiter Timo Lichtenthäler hinter den gespendeten Mikroskopen

Für künftig noch mehr Durchblick der Naturwissenschaftler sorgte Jennifer Celner, die die Philipp Freiherr von Boeselager Realschule plus in Ahrweiler Ende Mai mit mehreren Mikroskopen als Spende überraschte.

Durch die Flut wurden die naturwissenschaftlichen Bereiche der Boeselager-Realschule fast vollständig zerstört. Dies veranlasste Jennifer Celner dazu, sich bei ihrem Arbeitgeber für uns stark zu machen und uns mit den gebrauchten Mikroskopen unter die Arme zu greifen. Jennifer Celner stellte auch den Kontakt zu einem namhaften Hersteller von Mikroskopen her, wodurch wir uns auch noch auf eine weitere Spende freuen dürfen.

Gerade das Mikroskopieren spielt in NaWi und Biologie eine große Rolle, denn die Kinder sind immer wieder fasziniert, wenn sie in die Welt des ganz Kleinen eintauchen können.

Die Boeselager-Realschule Ahrweiler bedankt sich ganz herzlich bei Jennifer Celner für ihr Engagement!

(Text: Marion Bach/Foto: Myriam Lochner)

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