
Hadamaransicht mit Rauchfahne des Krematoriums – (Foto: RomkeHoekstra – Wikipedia)
Unter dem Leitspruch „Aufstehen für Demokratie. Gegen Ausgrenzung und Hetze“ besuchten die Abschlussklassen der Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler im Januar die Gedenkstätte Hadamar. Der Besuch ist fest im schulischen Präventionskonzept verankert und Teil der Demokratieerziehung im Geschichtsunterricht.
Die Gedenkstätte Hadamar befindet sich in einer ehemaligen Landesheil- und Pflegeanstalt, die während der Zeit des Nationalsozialismus als Tötungsanstalt genutzt wurde. Zwischen 1941 und 1945 fielen hier rund 14.500 Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen den nationalsozialistischen Verbrechen zum Opfer. Grundlage dieser Morde war die menschenverachtende Ideologie der sogenannten „Rassenhygiene“ und „Euthanasie“.
Nach einem einführenden Vortrag und einem begleitenden Workshop erhielten die Schülerinnen und Schüler eine ausführliche Führung durch die Gedenkstätte. Dabei setzten sie sich intensiv mit den Lebensgeschichten der Opfer sowie mit der Rolle der Täter auseinander. Besonders bewegend war der Besuch der sogenannten Busgarage, in der die Ankommenden unmittelbar in die Gaskammer geführt wurden, sowie die Besichtigung der Gaskammer und des Krematoriums. Die unmittelbare Begegnung mit diesen historischen Orten führte zu großer Betroffenheit und regte zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragen an: Wie konnten diese Verbrechen geschehen? Hätte Widerstand möglich sein können? Welche Verantwortung trägt jeder Einzelne in einer Gesellschaft?

Die Gaskammer in Hadamar – (Foto: Frank Winkelmann – Wikipedia)
Der Gedenkstättenbesuch soll die Schülerinnen und Schüler nachhaltig sensibilisieren und verdeutlichen, dass Ausgrenzung, Vorurteile und menschenfeindliches Denken keine Phänomene der Vergangenheit sind. Ziel ist es, ein starkes Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass demokratische Werte geschützt und verteidigt werden müssen.
Die Philipp Freiherr von Boeselager Realschule Ahrweiler bedankt sich beim Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz für die finanzielle Unterstützung der Fahrt. Die Exkursion stellt einen wichtigen Baustein der politischen und historischen Bildung dar und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung demokratischer Haltung bei jungen Menschen.









